Die Arbeitskosten in der Schweiz lagen im Jahr 2010 bei durchschnittlich 56 Franken pro verrichteter Stunde. Dies berichtet das Bundesamt für Statistik (BfS). Der Wert setzt sich aus Löhnen und Gehältern (83,7 Prozent), Sozialbeiträgen der Arbeitgeber (15 Prozent) sowie sonstigen Kosten (1,3 Prozent, beispielsweise für Fortbildungsmaßnahmen) zusammen. Im Vergleich mit 2008 gingen die Arbeitskosten leicht zurück, denn damals betrugen diese noch 56,30 Franken. Zeitgleich stiegen allerdings die Löhne und Gehälter um durchschnittlich zwei Prozent.
Mehr Arbeitsstunden statt Lohnzurückhaltung
Dieses Phänomen steigender Löhne und sinkender Arbeitskosten erklärt das BfS mit der deutlich angestiegenen Zahl geleisteter Arbeitsstunden. Da die Menschen mehr gearbeitet hätten (2,4 Prozent mehr als noch 2008), konnten die durchschnittlichen Arbeitskosten trotz der Lohnsteigerungen sinken. Noch deutlicher wird dieses Phänomen im Privatsektor: Die durchschnittlichen Arbeitskosten lagen hier bei 54,60 Franken. 2008 lag dieser Wert noch bei 55 Franken, doch die Lohnzuwächse betrugen teilweise sogar deutlich mehr als die durchschnittlichen zwei Prozent.
Branchen und Unternehmensgröße: Deutliche Unterschiede
Große Unterschiede bei den Arbeitskosten attestierte das BfS allerdings sortiert nach Branchen und Unternehmensgröße. Während im Banksektor die Menschen beispielsweise ihre Arbeitgeber 84,50 Franken pro Stunde kosteten, lag der entsprechende Wert in der Gastronomie mit 34,40 Franken deutlich darunter. Bauleute kosteten ihre Arbeitgeber 65,20 Franken, wohingegen die Energieversorger mit 49,10 Franken überraschenderweise sogar spürbar unter dem Durchschnitt lagen. Entscheidend für die Arbeitskosten war auch die jeweilige Unternehmensgröße: Betriebe mit zehn oder mehr Mitarbeitern mussten durchschnittlich 57,35 Franken aufwenden.
Die Schweiz im Vergleich mit der EU
Im internationalen Vergleich mit der EU liegt die Schweiz deutlich an der Spitze der Rangliste der Arbeitskosten. Umgerechnet mussten Arbeitgeber hierzulande 41,05 Euro für eine Arbeitsstunde aufwenden. In Portugal kostete die gleiche Zeitspanne im Jahr 2010 gerade einmal 12,05 Euro. Selbst Belgien, das in der EU die Spitzenposition in der Frage der Arbeitskosten innehat, liegt mit durchschnittlich 37,70 Euro deutlich hinter den Schweizern zurück. Allerdings ist ein Teil dieser Entwicklung der Frankenstärke geschuldet. Der Wechselkurs lag schon im Jahr 2010 durchschnittlich bei 1,38 Franken.
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